GLANDIENALE
MONTEVIDEO
05/09 — 17/10
2021

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    Vor einem Sturm - Exhibitiom Salzburg

    Vor einem Sturm

    mit Arbeiten von Zarko Aleksić, Doris Bujatti, Alexander Glandien, Tuna-Locci, Andrea Lüth und Marie-Andrée Pellerin

    Kuratiert von Maximilian Lehner

    03. 09. – 16. 10. 2021
    Fünfzigzwanzig

    Residenzplatz 10, 2.OG
    5020 Salzburg | Österreich

    Kein Wind mehr. Kein Regen. Nach einem kurzen Augenblick, an dem Blätter und Äste umherwirbeln, vielleicht Mülltonnen umfallen, beruhigt sich alles wieder. Es passiert doch nichts. Was wirkt, wie ein vorbeiziehendes Unwetter, kann nach der sprichwörtlichen Ruhe vor dem Sturm schnell umschwingen. Die Beruhigung ist oft ein Indiz für ihr Gegenteil, für das, was bevorsteht. Dennoch können wir aus diesem Moment der Ruhe die darauf folgende Situation nicht einholen. Sich vor einem Sturm, also zeitlich davor, zu befinden, bedeutet, den Sturm gedanklich vorwegzunehmen.

    Die Metapher steht in dieser Ausstellung für das Bekannte, das sich je anders manifestiert: das Erlebnis eines Sturms kann immer anders wirken und sich anders auswirken. Diese Formulierung deutet eine philosophische Idee aus der Phänomenologie an: Bei den Denker*innen dieser Tradition zeigt sich im Anderen die Undurchdringbarkeit fremder Subjektivität. Wir erschließen oder bemerken sie gar erst durch symbolische Formen im Alltag, vom Fußabdruck bis zum Theaterstück. Die Figur des ‚Anderen‘ kann aber genauso zu einer Projektion werden, die das Fremde und Unbekannte zusammenfasst, und bildet damit den Ausgangspunkt für Diskriminierung und Ausgrenzung. Der Sturm in dieser Ausstellung ist Teil der Suche nach einem Bild für ein anderes Anderes, nicht so definiert und klar umrissen. Der Umweg über das Wetter soll das Bekannte, immer Wiederkehrende hervorheben, das jedoch stets als etwas Neues, Überraschendes und Anderes in Erscheinung tritt.